Das Projekt InterSim etabliert ein innovatives, digitales E-Learning-Konzept für die berufliche Aus- und Weiterbildung in der Wasser- und Abwasserwirtschaft. Das Vorhaben zielt darauf ab, theoriebasierte Inhalte durch den Einsatz moderner Simulationssoftware praxisnah und interaktiv erlebbar zu machen. Die Lernenden können so komplexe Anlagen risikofrei simulieren und gezielt Problemlösungskompetenzen trainieren.
Ziele des Projekts
Hauptziel von InterSim ist es, die wasserwirtschaftliche Aus- und Weiterbildung durch digitale, interaktive Lernformate zu modernisieren und gleichzeitig zukunftsfähige Berufslaufbahnkonzepte in der Branche zu etablieren. Neben der Entwicklung und Erprobung von Lehr- und Lernmodulen, die anschließend über die DWA-Lernwelt bereitgestellt werden, steht die Entwicklung einer Aufstiegsfortbilung zum Berufsspezialisten im Zentrum des Projekts.
Um die Branche ganzheitlich zu stärken, setzt das Projekt auf drei zentralen Ebenen an:
- Für Auszubildende, Fachkräfte und Quereinsteiger werden passgenaue digitale Lernmodule für An- und Umlernprozesse entwickelt und in Praxis-Workshops intensiv erprobt. Inhaltlich stehen dabei Themen wie Rohrhydraulik, Kanalnetze, Kläranlagen sowie Mess-, Steuer- und Regelungstechnik im Fokus.
- Für die spezialisierte Fortbildung (DQR 5 bis 7) wird ein durchgängiges Berufslaufbahnkonzept, entspr. BBiG, erarbeitet, wobei das Profil des Berufsspezialisten (DQR 5) inhaltlich detailliert ausgestaltet wird und auf eine Kammeranerkennung abzielt. Die Teilnehmenden werden zu betrieblichen Multiplikatoren qualifiziert, zu deren Kompetenzen das Kennen, Erlernen, Produzieren und Anwenden digitaler Lehr- und Lernmedien, die Identifikation von Lehrsituationen im Betriebsablauf und den didaktischen Umgang mit wasserwirtschaftlichen Anlagensimulationen gehören.
- Ziel ist es, komplexes Fachwissen methodisch aufzubereiten und als praxisnahes Training in den Arbeitsalltag zu übertragen, damit dieses zur Anwendung kommen kann. Gezielte Train-the-Trainer-Konzepte befähigen das betriebliche Aus- und Weiterbildungspersonal, die neuen Simulationswerkzeuge und digitalen Methoden sicher und nachhaltig im Bildungsalltag einzusetzen.
Arbeitsschritte und Methodik
InterSim verfolgt einen strukturierten Ansatz, der technische Simulation, Künstliche Intelligenz und Fachdidaktik eng verzahnt. Das Projekt gliedert sich in folgende Hauptphasen:
- Zu Beginn werden die fachlichen, didaktischen und technischen Anforderungen an die Lehrinhalte und die Simulationsplattform definiert
- Parallel werden interaktive Module für Rohrhydraulik, Kanalnetze, Kläranlagen sowie MSR-Technik entwickelt
- Die leistungsstarke Simulationssoftware SIMBA#classroom wird mit der Lernplattform cBook verknüpft. Zeitgleich wird der Einsatz von KI-Sprachmodellen für Lehrende und Lernende systematisch erprobt
- Begleitend finden Anwendertests zur Usability und eine wissenschaftliche Überprüfung des Lernerfolgs statt.
Erwartete Ergebnisse
Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit stehen der Branche zukunftsweisende Werkzeuge und Konzepte zur Verfügung:
- Voll funktionsfähige, digitale Lehr- und Lernmodule für Fachkräfte und Spezialisten in der Wasserwirtschaft, die theoretisches Wissen mit praktischen Simulationsübungen verbinden.
- Kammeranerkennung der besonderen Rechtsvorschrift für den im Projekt entwickelten Berufsspezialisten entspr. BBiG.
- Ein technischer Prototyp, der das Simulationswerkzeug SIMBA# nahtlos in ein gängiges Lernmanagementsystem einkoppelt.
- Konkrete Anwendungsszenarien und Leitfäden für den Einsatz von KI-Sprachmodellen – sowohl als "Just-In-Time"-Lösungshilfe für Auszubildende als auch als Unterstützung für Lehrkräfte bei der Materialerstellung.
- Ein evaluiertes Train-the-Trainer-Programm, das eine nachhaltige Verankerung der digitalen Lehrmethoden in den Betrieben und Berufsschulen sichert.
Projektstruktur & Partner
InterSim wird durch ein interdisziplinäres Konsortium aus Branchenverbänden, beruflicher Bildung und angewandter Forschung umgesetzt:
- SBG Dresden (Sächsische Bildungsgesellschaft für Umweltschutz und Chemieberufe Dresden mbH)
- DWA (Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.)
- ifak (Institut für Automation und Kommunikation e.V.)
- UDE (Universität Duisburg-Essen)
Eckdaten
- Projektlaufzeit: 3 Jahre (36 Monate)
- Förderprogramm: InnoVET+ vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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