Das Erasmus+ Projekt SAGE („Squaring the Circle of AI Driven Transferable Skills Enhancement and Green Transformation in Education and Beyond“) ist offiziell gestartet. Mit einer Laufzeit von 36 Monaten (September 2025 bis August 2028) verfolgt das Projekt das ehrgeizige Ziel, Lehrende in der Hochschulbildung (HEI) und beruflichen Bildung (VET) mit KI-gestützten, codefreien Lösungen auszustatten. Dabei steht die „Quadratur des Kreises“ im Mittelpunkt: die Verknüpfung von digitaler Innovation durch KI mit ökologischer Nachhaltigkeit und Inklusivität.
Am 15. und 16. Juni 2026 traf sich das internationale Konsortium, bestehend aus sechs Partnern aus Polen, Italien, Deutschland, der Türkei, Frankreich und Zypern, in Vieste (Italien) zum offiziellen Kick-off-Meeting. Gastgeber war die Universität Foggia, die die Partner herzlich begrüßte und den Rahmen für den gemeinsamen Projektstart setzte.
Projektstart und Organisation
Im Mittelpunkt standen zunächst die organisatorischen Grundlagen: ein gemeinsamer Google-Drive-Arbeitsbereich für alle Projektergebnisse, klare Upload-Strukturen für finale Dokumente sowie die Abstimmung zentraler Verwaltungs- und Finanzprozesse. Unter der Leitung der Universität Katowice (UEKat) wurden die Prinzipien des agilen Projektmanagements (analog zu Prince 2) sowie die Bedeutung einer sauberen internen Dokumentation und Zeiterfassung betont, um einen reibungslosen Ablauf der fünf Arbeitspakete zu gewährleisten.
WP2: Methodology Guidebook
Im Arbeitspaket 2, koordiniert durch die Universität Foggia und UEKat, wurden die Ergebnisse der bisherigen Forschungsphase zu KI im Bildungsbereich vorgestellt. Darauf aufbauend erstellen alle Partner 12 nationale Case Studies zum Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT, Gemini oder Claude.
Diese Fallstudien konzentrieren sich auf das „WIE“ der KI-Integration und müssen zwingend drei Elemente enthalten: HOTS (Höhere Denkprozesse wie kritisches Denken), Green/Eco-friendly (Bezug zur Nachhaltigkeit) und Ethik. Die Ergebnisse werden in Comparative Analyses überführt und bilden die Grundlage für ein „Living Guidebook“, das in sieben Sprachen veröffentlicht wird.
WP3: AI-Enriched Scenarios
Das von der SBG Dresden geleitete Arbeitspaket 3 fokussiert die praktische Umsetzung in der Lehre. Geplant sind 12 KI-gestützte Unterrichtsszenarien, die sowohl das Lernen über KI (z. B. ethische Fragen) als auch das Lernen mit KI (z. B. KI als Werkzeug im Labor) abdecken.
Einheitliche Templates und professionell produzierte, modulare Lernvideos sollen eine hohe Qualität sicherstellen. Die Pilotierung erfolgt in mehreren Testphasen zwischen 2027 und 2028 direkt mit Lehrkräften und Lernenden in allen Partnerländern, um die Praxistauglichkeit zu validieren.
WP4 & WP5: Plattform und Dissemination
Unter Leitung der Universität Foggia entsteht eine KI-gestützte Lernplattform (LMS/CMS), die unter anderem eine Online-Adaption des InBasket-Spiels zur Bewertung von Soft Skills wie Zeitmanagement enthält. Zudem werden Micro-credentials (digitale Zertifikate/Open Badges) entwickelt, um KI-Kompetenzen marktgerecht zu zertifizieren.
Das Arbeitspaket 5, koordiniert von der Dokuz Eylül University, verantwortet die Verbreitung der Ergebnisse. Neben Social-Media-Aktivitäten wird die Podcast-Reihe „M.AI.KERS“ (M.AI.kers Arena) aufgebaut, die von der SBG Dresden inhaltlich gestaltet wird, um Projektergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ausblick
Das nächste Konsortiumstreffen findet am 15. und 16. Dezember 2026 in Dresden statt, organisiert durch die SBG Dresden. Dort werden die ersten Entwürfe der Unterrichtsszenarien vorgestellt und die technische Umsetzung der Lernplattform weiter konkretisiert.
Der Einsatz digitaler Medien wird in der beruflichen Bildung zunehmend wichtiger. Technologien wie Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR) haben bereits Eingang in modernisierte Ausbildungsordnungen gefunden, sind in der praktischen Ausbildung jedoch oft noch Neuland. Besonders viel Potenzial liegt in der Verbindung von ortsunabhängigem, digitalem und Vor-Ort-Lernen, die durch die Verzahnung von AR und VR zu Augmented Virtuality möglich wird. Auf diese Weise können Auszubildende mit digitalen Zwillingen von Maschinen in Chemie, Physik und Mechatronik arbeiten und gleichzeitig über Fernzugriffe reale Anlagen steuern. Damit entstehen neue, bisher technologisch kaum denkbare Lehr- und Lernformen, die individuelles Lernen fördern und den digitalen Transformationsprozess in den beteiligten Einrichtungen nachhaltig unterstützen.




